Die Angst darf mitkommen
Oktober 2026
Willkommen bei Diamantkorn.
Schön, dass du da bist.
Meine Reise nach Ecuador begann nicht mit Erleuchtung.
Sie begann mit Angst.
Nicht besonders glamourös, ich weiß.
Da war das Unbekannte.
Der Dschungel.
Das Reisen.
Das Loslassen von Kontrolle.
Und mein Nervensystem hatte offenbar beschlossen, die Sache etwas ernster zu nehmen als mein neugieriger Geist.
Plötzlich war Angst nicht mehr nur ein Gedanke.
Sie war da.
Im Atem.
Im Herzschlag.
Im Körper.
Vielleicht kennst du das.
Du möchtest etwas tun.
Eigentlich weißt du sogar, dass es richtig für dich sein könnte.
Und trotzdem meldet sich etwas in dir:
Bist du sicher?
Kannst du das?
Was, wenn es schiefgeht?
Früher dachte ich oft, Mut bedeutet, dass die Angst irgendwann verschwindet.
Ecuador hat mir etwas anderes gezeigt.
Vielleicht muss die Angst gar nicht weg.
Vielleicht darf sie mitkommen.
Und vielleicht kann ich trotzdem weitergehen.
Das klingt klein.
Für mich war es riesig.
Denn wie oft versuchen wir, unangenehme Gefühle möglichst schnell loszuwerden?
Wir analysieren sie.
Wir atmen sie weg.
Wir meditieren noch ein bisschen mehr.
Und wenn gar nichts hilft, versuchen wir vielleicht wenigstens, dabei sehr spirituell auszusehen.
Das klappt ungefähr so gut, wie man vermutet.
Irgendwann verstand ich:
Präsenz bedeutet nicht, immer ruhig zu sein.
Präsenz bedeutet, mich selbst nicht zu verlassen, wenn ich nicht ruhig bin.
Ein Atemzug.
Die Füße auf dem Boden.
Eine Hand auf dem Herzen.
Und dieser kleine innere Satz:
Ich bin noch da.

Vielleicht brauchst du gerade auch nicht mehr Mut.
Vielleicht brauchst du nicht noch einen Plan, noch eine Technik, noch einen Beweis dafür, dass alles gut ausgehen wird.
Vielleicht brauchst du nur einen Ort in dir, an den du zurückkehren kannst.
Auch wenn dein Herz schneller schlägt.
Auch wenn du noch nicht weißt, was kommt.
Auch wenn ein Teil von dir lieber umdrehen würde.
Frag dich heute einmal:
Wo warte ich darauf, keine Angst mehr zu haben, bevor ich lebe?
Und was würde geschehen, wenn du sagen könntest:
Angst, du darfst mitkommen.
Aber ich gehe trotzdem.
Nicht gegen dich.
Mit dir.
Vielleicht ist Mut genau das.
Nicht angstfrei zu werden.
Sondern sich selbst nicht mehr zu verlassen.
Vom Überleben als Sandkorn im Getriebe zum strahlenden Diamanten.
Du bist einzigartig.
Danke für dein Da-Sein.
In Liebe,
deine Adi-Magalie